Das war Anfang der vierziger Jahre in der Berliner Friedrichstrasse, wo er,- wenn ich mich recht erinnere, seine ersten beachteten Erfolge als Holzschnitzer hatte. Sein Arbeitsmaterial war das Treppengeländerunseres Hausflures, sein Arbeitsgerät ein neues Taschenmesser. Danach mag ihn zum ersten Mal der Verdacht gekommen sein, dass künstlerische Arbeit, sei sie auch noch so gut gemeint, keineswegs in jedem Fall den Beifall von (Familien-)Oberhäuptern findet.

 

Durch erste Misserfolge ließ er sich nicht davon abhalten,sich seiner Umwelt irgendwie mitzuteilen. Er lernte Geige spielen, was einenHausbewohner eines Tages veranlasste, sich lobend über den Eifer des Übenden,aber abfällig über dessen Strich zu äußern, der miserabel sei, besonders Nachmittags, wenn jener Nachbar ein Stündchen schlafen wollte.

 

Bis er zu einem Eigenen Strich kam, dauerte es viele Jahre und dann war es auch nicht der mit dem Geigenbogen, sondern der mit Pinsel und Feder.

 

Erfahrene Kollegen der Redaktion „Junge Welt“ und sein Zeichnerkollege Willy Moese standen ihm mit Rat und Tinte, Tat und Papier, vor allem aber mitdem Radiergummi zur Seite.

 

Dass er seit Jahrzehnten jeden Tag eine Karikatur zeichnet,die gleichzeitig möglichst aktuell, witzig und treffend sein soll, zeichnet ihn ebenso aus, wie seine leichte Hand, die Sonnabends schwer wird, jedenfalls die Rechte. Sonnabends geht er zum Boxtraining, aus Spaß, wegen der Kondition und um die Pfunde abzutrainieren, die er sich wochentags beim Zeichnen angesessen hat.

 

Dieter Schubert, Schriftsteller und Bruder. Berlin im Juni 1979

 

 

 

Wolfgang Schubert, geboren 1936 in Berlin und aufgewachsen im Nachkriegsberlin.  Vater:  Schriftsteller, schrieb Wild- West- Romane. Mutter betrieb in Berlin- Kreuzberg eine Leihbücherei.

 

Gebrauchswerbelehre im HO- Warenhaus am Alex. Danach erste Humorzeichnungen im „Bauernecho“. Zwischenzeitlich Abendstudium an der Kunsthochschule Berlin- Weißensee.

 

Von 1960 bis kurz nach der Wende Stammzeichner der Jugendzeitung „Junge Welt“. Dann mit neuen Besitzern das AUS. Sie brachten ihre Zeichner von Zuhause mit.

 

Zurück zur Vorwendezeit. Zu den Auftraggebern gehörten Zeitungen und Zeitschriften wie „Trommel“, (dort entstanden die beiden Figuren „Piefke und Schniefke“).

 Piefke und Schniefke haben wohl alles,was zwei ausgeschlafene Pioniere zwischen 10 und 12 Jahren anstellen können, gemacht. Die beiden waren eine Auftragsarbeit für die "Trommel", es sollten 2 lustige Pionierfiguren entworfen werden. Piefke war dabei der aktivere von beiden,der frechere, von ihm ging die Initiative aus ,wärend  Schniefke der ruhigere war. Einige Themen wurden vom Verlag vorgegeben, andere sind eigene Kindheitserlebnisse oder von seinen eigenen Kindern.

 

Sportecho, Wochenpost, Berliner Zeitung, NBI, Für Dich, FF-Dabei, KFT(Autozeitung),DEWAG (Deutsche Werbeagentur), Staatliche Versicherung.

Aber auch Institutionen wie die DEWAG (Deutsche Werbeagentur) sie vergab den Auftrag den bekannten "Minol Pirol" neu zu gestalten.

Mit der „Wende“ gingen dann dort auch die Lampen aus. Was dann noch blieb, waren ein paar Buchillustrationen für den Autor Lothar Kusche:“die Widervereinigten Kartoffelpuffer“, “Ostsalat mit Westdressing“ und „DasStaubuch“. Gemeinsam mit Werbefachmann Fred Gleichmann „Wenn’s um Geld geht-Spartasse“.

 

Fazit: Der Aufschwung Ost ging mit rasender Geschwindigkeit an seiner Haustür vorbei.

 

Auf die Karikatur blickt jeder Leser einer Zeitung beim durchblättern, deshalb ist die Verantwortung auch groß. Diesem Motto blieb er auch nach der Wende treu. Wolfgang Schubert ist ein Beobachter und Sammler.  

Thomas Möller  

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